Besuch der Lippebaustelle am Haus Vogelsang

Auf gut fünf Kilometern wird die Ufer- und Auenfläche an der Lippe zwischen Datteln und Olfen bis 2019 neu gestaltet. Einen Teil davon im großen Lippebogen (OSM ) östlich von Haus Vogelsang konnten Interessierte am 13. Mai im Rahmen einer Baustellenbesichtigung kennenlernen. Eingeladen hatten der Lippeverband und die Landschaftsagentur Plus.

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Nach einer kurzen Einführung in das Projekt „Fluss- und Auenentwicklung Haus Vogelsang“ in der „Futterscheune“ des Gutshofes ging es zunächst mit dem Fahrrad und dann zu Fuß zum Baufeld. Heller, strandgleicher Sand bestimmt das Bild, sobald die Baustelle in Sichtweite kommt. Bis auf wenige Restfächen wurde der dunkle Mutterboden bereits abgetragen und zu großen Haufen aufgetürmt. Grauer Auenlehm ist nur noch stellenweise zu erkennen. Die Lippe hat diese mächtigen Sande der sogenannten Niederterrasse seit der ausgehenden Eiszeit abgelagert und immer wieder selbst umgelagert. Noch im Bau befinden sich zwei breite Flutrinnen – eine tiefer gelegene soll mindestens 90 Tage im Jahr geflutet werden, die andere höhere gelegene im Schnitt nur einmal pro Jahr. Im Uferbereich der Lippe wurde die Befestigung aus Schüttsteinen entfernt und der Hang deutlich abgeflacht. Den so anfallenden Sand nutzt man, um das Flussbett der Lippe abschnittsweise anzuheben. Im Ergebnis wird der Fluss ein breiteres, dem natürlichen Zustand nahe kommendes Bett erhalten und zumindest in Abschnitten sein Ufer wieder selbst gestalten können. Eine Düne wird aufgeschüttet, um auch dieses an der Lippe häufige Landschaftselement Radwanderführer: Nr. 45,93 mit seinen besonderen ökologischen Bedingungen abzubilden. Auffallend sind große Totholzhaufen von Weidenstubben, die am Rand des ausgebaggerten Geländes und in der Lippe selbst platziert sind. Es sind Überreste von Bäumen, die im Zuge des Umbaus hier gerodet werden mussten. Die zu etwa einem Drittel in den Boden eingegrabenen Haufen werden wieder ausschlagen und zu neuen Weiden heranwachsen. An anderen Stellen wurden große Weiden im Uferbereich stehen gelassen. Ganz unzugänglich soll die Lippe nach Abschluss der Baustelle hier nicht werden. Ein kleiner Sandstrand im östlichen Teil wird es Besuchern ermöglichen, auch mal die Füße ins Lippewasser zu halten. Ein Badestrand soll aber ausdrücklich nicht entstehen.

Bis auf den unmittelbaren Uferstreifen (Land NRW) ist das gesamte Baufeld im Besitz der Ruhrkohle AG (RAG). Rund 12 Hektar Fläche stellt die RAG in Zusammenarbeit mit ihrer Tochter Landschaftsagentur Plus GmbH, die ihren Sitz auf Haus Vogelsang hat, und dem Lippeverband für diese Teilmaßnahme bereit. In einem Bereich, in dem ein Auenwald angepflanzt wird, trägt die RAG im Zuge von Kompensationsmaßnahmen auch die Baukosten.

Neue Flutrinne
Neue Flutrinne im Bau (noch gefüllt mit Regenwasser)
Bausstelle im Lippesand
Die Landschaft wird mit Lippesand neu modelliert
Gruppe am tiefer gelegten Lippeufer
Erklärungen am tiefer gelegten Lippeufer
Totholzhaufen aus Weidenstubben
Totholzhaufen aus Weidenstubben
Die Baumaßnahme ist nicht die erste zwischen Dattel und Olfen. Südwestlich des Feriendorfes Eversum wurde bereits Mitte 2016 ein Projekt abgeschlossen, bei dem unter anderem eine kleine Lippeinsel entstanden ist (OSM ). Der Uferbereich wird als Rinderweide genutzt und ist normalerweise nicht zugänglich, wurde aber im Rahmen der Führung zusätzlich vorgestellt. Eine weitere kleine Baumaßnahme folgte Anfang 2017 bei Datteln-Pelkum (» Blogbeitrag).
Neue Lippeinsel bei Eversum
Neue Lippeinsel bei Eversum
Unbefestigtes Lippeufer bei Eversum
Unbefestigtes Lippeufer bei Eversum
Die beschriebenen Baustellen sind Teilprojekte des Projektes „2Stromland“, welches wiederum in die „Regionale 2016“ eingebettet ist.
Weitere Infos zum Lippeumbau beim Lippeverband und der Regionale 2016:
www.eglv.de/ … /lippe
www.regionale2016.de/ … /2stromland

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