Alte Mühle mit uralten Fossilien

Fundstücke Am westlichen Rande des Örtchens Dorsten-Deuten liegt die Tüshaus-Mühle (Foto oben, OSM ) nur wenige Meter neben der GeoRoute Lippe (Zum Vorwerk). Gebaut wurde die sehenswerte, als technisches Kulturdenkmal anerkannte Mühle 1615 auf einem noch älteren Fundament; der heutige Ausbauzustand ist von 1914.

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Neben dem Stauwehr-Durchlass an der Mühle befindet sich eine kleine Terrasse zu der man ein paar Stufen hinabsteigen kann. Gebaut ist die Terrasse aus Sandstein, vielleicht mit die ältesten Bausteine der gesamten Mühlenanlage. Eine der Stufen sowie einzelne Bodensteine der Terrasse zeigen auffällige rundliche Formen. Es sind Pflaster der Muschelgattung Glycymeris und, in der Stufe, vermutlich ein Exemplar der Gattung Neithea. Die Schalen der Tiere sind nicht erhalten, sondern deren Ausfüllungen (Steinkerne) und Abdrücke. Solche Muschelpflaster sind nicht selten in der benachbarten Emmelkämper Mark, aus der die Sandsteine an der Mühle sicherlich stammen. Beschrieben werden sie zum Beipiel aus dem aufgelassenen Steinbruch Freudenberg Radwanderführer: Nr. 86. Einzelne, wenig verfestigte Steinkerne von Glycymeris werden vor allem in den offenen Sandgruben der Emmelkämper Mark gefunden Radwanderführer: Nr. 80, 81. Stratigrafisch gehören Sande wie Muscheln in die Obere Kreidezeit, genauer in das Santon, und sind rund 84 Millionen Jahre alt.

Stufe mit Muschelpflaster
Stufe an Tüshaus-Mühle mit Muschelpflaster
Tüshaus-Mühle Stauwehr mit Terasse
Hubschütz der Mühle mit Terrasse (links)
Die Mühle beherbergt ein kleines Museum und kann zu bestimmten Zeiten besichtigt werden. Weitere Infos beim Förderverein Tüshaus-Mühle:
www.tueshaus-muehle.de

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