Dicke Brocken aus den Subtropen

Fundstücke Am nördlichen Ufer des großen Baggersees ‚Pettenkaul‘ Radwanderführer: Nr. 101 östlich des linksrheinischen Wesel-Ginderich liegt ein interessant gestalteter Rast- und Spielplatz (OSM ) an der GeoRoute Lippe. Angelegt und 2013 eröffnet wurde er von der Firma Hülkens, die in dem Baggersee Kies abbaut.

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Bei dieser und anderen Abgrabungen in der Gegend werden immer wieder große Steine gefunden, die meist von den Gletschern der Eiszeit aus ganz unterschiedlichen Regionen an ihre Fundorte transportiert wurden. Einige dieser Steine wurden zur Dekoration im Bereich des Rastplatzes platziert. Die größten Brocken bestehen aus sogenanntem Tertiärquarzit, auch Braunkohlenquarzit genannt (Foto). Das Ursprungsmaterial des hellen, weiß-grauen bis beigen Gesteins stammt aus marinen Sanden des Oberoligozäns (28-24 Millionen Jahre), als das Meer am heutigen Niederrhein weit nach Süden vordrang. Im Miozän (24-5 Millionen Jahre) wurden unter subtropischen, festländischen Bedingungen Sandkörner durch Verwitterung teilweise gelöst und die freiwerdende Kieselsäure in den Porenräumen an anderer Stelle wieder ausgefällt, wodurch dieses recht harte Gestein entstand. Im Gegensatz zu den typischen Findlingen auf dem Rastplatz wurden die großen Quarzite nicht weit transportiert – Eisschollen, Gletschereis und Sturzfluten sind mögliche Transporteure. Die rundlichen Formen sind weitgehend eine während der Verfestigung am Ursprungsort entstandene Erscheinung und nicht, wie bei Findlingen üblich, während des Transports entstanden. Übergangsformen wird es natürlich auch geben. Schaut man genau hin, lassen sich Abdrücke und Schnitte von Wurzelröhren im Gestein entdecken. Die Bezeichnung ‚Braunkohlenquarzit‘ rührt von dem Umstand, dass dieses Gestein gleichzeitig mit den Braunkohlenflözen am Niederrhein entstanden ist.

‚Braunkohlenquarzit‘ am Rastplatz Pettenkaul bei Ginderich.

Eindruck eines Teils des Rast- und Spielplatzes mit seinem interessenten Mobiliar.

Quarzitische Sandsteine mit vergleichbarer Entstehungsgeschichte sind an der GeoRoute Lippe im Raum Haltern und bei Selm beschrieben Radwanderführer: Nrn. 34-39, 54-56, 71. Große Einzelsteine aus Tertiärquarzit kommen in der Lipperegion auch weit entfernt von den oligozänen Sanden vor, etwa die ‚Teufelssteine‘ in der Hohen Wart bei Hünxe und am Dämmerwald bei Schermbeck. Einen anschaulichen Überblick über die in der Region gefundenen Findlinge erhält man am westlichen Ende der GeoRoute Lippe in Sonsbeck. Ein Findlingsweg zeigt hier alle wichtigen Gesteinsarten mit Namensschild und einer zusammenfassenden Schautafel Radwanderführer: Nr. 109.

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Heidetag in Haltern-Westrup

Verkaufsstand Heidehonig

Wie jedes Jahr zur Blüte des Heidekrauts war auch in diesem August, diesmal am 27., wieder „Heidetag“ in der Westruper Heide Radwanderführer: Nr. 68. Ein kleiner Ökomarkt auf dem dafür gesperrten Parkplatz am Flaesheimer Damm bot einigen umliegenden Bauernhöfen und Handwerkern Gelegenheit ihr Angebot zu präsentieren.

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Dazu kamen unter anderem Infostände des Sythener Heimatvereins, des Naturparks „Hohe Mark-Westmünsterland“ und der Naturschutzbehörde des Kreises Recklinghausen. Auf der anderen Straßenseite konnte bei Imker Udo Pfingst Heidehonig direkt an den Bienenstöcken erworben werden und am Heidehäuschen, dem Infopunkt in der Westruper Heide, starteten die Führungen durch die violett blühende Landschaft. Um eine sichere Querung des viel befahrenen „Flaesheimer Damms“ zu ermöglichen, hatte das THW eigens eine mobile Fußgängerampel eingerichtet. Insgesamt eine sehr gut besuchte Veranstaltung, wozu auch das schöne Wetter beitrug. Der Sythener Heimatverein e.V. konnte als Veranstalter zufrieden sein.

Infostand Heidetag
Informationen zur Westruper Heide
Verkaufsstand Heidetag
Infostände im Grünen
Verkaufstand Heidetag
Auch eine Käserei präsentierte ihr Angebot
Heidehäuschen
Am Infopunkt „Heidehäuschen“ starteten die Führungen
Westruper Heide
Viel Betrieb in der Heide zum ‚Heidetag‘
Verkaufsstand Heidehonig
Original Heidehonig wurde ebenfalls angeboten

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Besuch der Lippebaustelle am Haus Vogelsang

Personengruppe auf Baustelle an der Lippe

Auf gut fünf Kilometern wird die Ufer- und Auenfläche an der Lippe zwischen Datteln und Olfen bis 2019 neu gestaltet. Einen Teil davon im großen Lippebogen (OSM ) östlich von Haus Vogelsang konnten Interessierte am 13. Mai im Rahmen einer Baustellenbesichtigung kennenlernen. Eingeladen hatten der Lippeverband und die Landschaftsagentur Plus.

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Nach einer kurzen Einführung in das Projekt „Fluss- und Auenentwicklung Haus Vogelsang“ in der „Futterscheune“ des Gutshofes ging es zunächst mit dem Fahrrad und dann zu Fuß zum Baufeld. Heller, strandgleicher Sand bestimmt das Bild, sobald die Baustelle in Sichtweite kommt. Bis auf wenige Restfächen wurde der dunkle Mutterboden bereits abgetragen und zu großen Haufen aufgetürmt. Grauer Auenlehm ist nur noch stellenweise zu erkennen. Die Lippe hat diese mächtigen Sande der sogenannten Niederterrasse seit der ausgehenden Eiszeit abgelagert und immer wieder selbst umgelagert. Noch im Bau befinden sich zwei breite Flutrinnen – eine tiefer gelegene soll mindestens 90 Tage im Jahr geflutet werden, die andere höhere gelegene im Schnitt nur einmal pro Jahr. Im Uferbereich der Lippe wurde die Befestigung aus Schüttsteinen entfernt und der Hang deutlich abgeflacht. Den so anfallenden Sand nutzt man, um das Flussbett der Lippe abschnittsweise anzuheben. Im Ergebnis wird der Fluss ein breiteres, dem natürlichen Zustand nahe kommendes Bett erhalten und zumindest in Abschnitten sein Ufer wieder selbst gestalten können. Eine Düne wird aufgeschüttet, um auch dieses an der Lippe häufige Landschaftselement Radwanderführer: Nr. 45,93 mit seinen besonderen ökologischen Bedingungen abzubilden. Auffallend sind große Totholzhaufen von Weidenstubben, die am Rand des ausgebaggerten Geländes und in der Lippe selbst platziert sind. Es sind Überreste von Bäumen, die im Zuge des Umbaus hier gerodet werden mussten. Die zu etwa einem Drittel in den Boden eingegrabenen Haufen werden wieder ausschlagen und zu neuen Weiden heranwachsen. An anderen Stellen wurden große Weiden im Uferbereich stehen gelassen. Ganz unzugänglich soll die Lippe nach Abschluss der Baustelle hier nicht werden. Ein kleiner Sandstrand im östlichen Teil wird es Besuchern ermöglichen, auch mal die Füße ins Lippewasser zu halten. Ein Badestrand soll aber ausdrücklich nicht entstehen.

Bis auf den unmittelbaren Uferstreifen (Land NRW) ist das gesamte Baufeld im Besitz der Ruhrkohle AG (RAG). Rund 12 Hektar Fläche stellt die RAG in Zusammenarbeit mit ihrer Tochter Landschaftsagentur Plus GmbH, die ihren Sitz auf Haus Vogelsang hat, und dem Lippeverband für diese Teilmaßnahme bereit. In einem Bereich, in dem ein Auenwald angepflanzt wird, trägt die RAG im Zuge von Kompensationsmaßnahmen auch die Baukosten.

Neue Flutrinne
Neue Flutrinne im Bau (noch gefüllt mit Regenwasser)
Bausstelle im Lippesand
Die Landschaft wird mit Lippesand neu modelliert
Gruppe am tiefer gelegten Lippeufer
Erklärungen am tiefer gelegten Lippeufer
Totholzhaufen aus Weidenstubben
Totholzhaufen aus Weidenstubben
Die Baumaßnahme ist nicht die erste zwischen Dattel und Olfen. Südwestlich des Feriendorfes Eversum wurde bereits Mitte 2016 ein Projekt abgeschlossen, bei dem unter anderem eine kleine Lippeinsel entstanden ist (OSM ). Der Uferbereich wird als Rinderweide genutzt und ist normalerweise nicht zugänglich, wurde aber im Rahmen der Führung zusätzlich vorgestellt. Eine weitere kleine Baumaßnahme folgte Anfang 2017 bei Datteln-Pelkum (» Blogbeitrag).
Neue Lippeinsel bei Eversum
Neue Lippeinsel bei Eversum
Unbefestigtes Lippeufer bei Eversum
Unbefestigtes Lippeufer bei Eversum
Die beschriebenen Baustellen sind Teilprojekte des Projektes „2Stromland“, welches wiederum in die „Regionale 2016“ eingebettet ist.
Weitere Infos zum Lippeumbau beim Lippeverband und der Regionale 2016:
www.eglv.de/ … /lippe
www.regionale2016.de/ … /2stromland

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Alte Mühle mit uralten Fossilien

Tüshaus-Mühle, Dorsten-Deuten

Fundstücke Am westlichen Rande des Örtchens Dorsten-Deuten liegt die Tüshaus-Mühle (Foto oben, OSM ) nur wenige Meter neben der GeoRoute Lippe (Zum Vorwerk). Gebaut wurde die sehenswerte, als technisches Kulturdenkmal anerkannte Mühle 1615 auf einem noch älteren Fundament; der heutige Ausbauzustand ist von 1914.

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Neben dem Stauwehr-Durchlass an der Mühle befindet sich eine kleine Terrasse zu der man ein paar Stufen hinabsteigen kann. Gebaut ist die Terrasse aus Sandstein, vielleicht mit die ältesten Bausteine der gesamten Mühlenanlage. Eine der Stufen sowie einzelne Bodensteine der Terrasse zeigen auffällige rundliche Formen. Es sind Pflaster der Muschelgattung Glycymeris und, in der Stufe, vermutlich ein Exemplar der Gattung Neithea. Die Schalen der Tiere sind nicht erhalten, sondern deren Ausfüllungen (Steinkerne) und Abdrücke. Solche Muschelpflaster sind nicht selten in der benachbarten Emmelkämper Mark, aus der die Sandsteine an der Mühle sicherlich stammen. Beschrieben werden sie zum Beipiel aus dem aufgelassenen Steinbruch Freudenberg Radwanderführer: Nr. 86. Einzelne, wenig verfestigte Steinkerne von Glycymeris werden vor allem in den offenen Sandgruben der Emmelkämper Mark gefunden Radwanderführer: Nr. 80, 81. Stratigrafisch gehören Sande wie Muscheln in die Obere Kreidezeit, genauer in das Santon, und sind rund 84 Millionen Jahre alt.

Stufe mit Muschelpflaster
Stufe an Tüshaus-Mühle mit Muschelpflaster
Tüshaus-Mühle Stauwehr mit Terasse
Hubschütz der Mühle mit Terrasse (links)
Die Mühle beherbergt ein kleines Museum und kann zu bestimmten Zeiten besichtigt werden. Weitere Infos beim Förderverein Tüshaus-Mühle:
www.tueshaus-muehle.de

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Ein weiteres Stück naturnahe Lippe

Lippe in Pelkum

Die teilweise Renaturierung der Lippe im Gebiet des GeoPark Ruhrgebiet schreitet voran. Unter Federführung des Lippeverbandes wurde seit Anfang Januar an einem Abschnitt in Datteln-Pelkum am linken Ufer des Flusses (OSM ) gearbeitet, um den Fluss so weit wie möglich wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen.

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Auf rund 400 m Länge wurde grobe Schüttsteine zur Uferbefestigung entfernt sowie die Böschung aufgeweitet und mit unterschiedlich steilen Abschnitten versehen. Eine kleine Lippeinsel ist so ebenfalls entstanden. Insgesamt kann der Fluss wieder einen breiteren Raum einnehmen und sein Bett selbst gestalten, besonders bei Hochwasser. Unterschiedliche Strömungsverhältnisse und ein variables Relief eröffnen vielgestaltige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Weiterhin wurde ein unmittelbar benachbarter, 2,5 ha großer Acker so hergerichtet, dass sich hier wieder eine Hartholzaue entwickeln kann, wie sie früher für die Lippeauen typisch war. Hainbuchen, Sileichen, Wildkirschen und Ulmen werden hier ab dem kommenden Herbst wieder wachsen können. Umgesetzt hat dies die Landschaftsagentur Plus als Kompensationsmaßnahme für eine Erweiterung der Abbauflächen von Quarzsand der Quarzwerke GmbH in Haltern am See.

Weitere Infos zum Umbau der Lippe beim Lippeverband:
www.eglv.de/ … /lippe

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Richtfest für Lehrstollen in Bergkamen

Eingang Stadtmuseum Bergkamen

Das Stadtmuseum Bergkamen Radwanderführer: Nr. 117 wird um ein Attraktion reicher. Am Mittwoch, den 8. März, wurde Richtfest für den neuen Lehrstollen hinter dem Museumsgebäude gefeiert.

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Die Mitglieder des Geschichtskreises Haus Aden/Grimberg 3/4 können nun nach zweijähriger Planungs- und Bauphase den weiteren Ausbau des 13 m langen, 7 m breiten und 4,7 m hohen Übertage-Stollens vorantreiben. Einmal fertiggestellt, soll so den Besuchern des Museums die Arbeit unter Tage näher gebracht werden. Spätestens zum kommenden Barbara-Tag, am 4. Dezember, soll der Stollen fertig gestellt sein. Seit längerem gibt es bereits den „Barbarastollen“ im Keller des Museums sowie eine Reihe von im Außenbereich des Musums aufgestellten Bergbau-Geräten.

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Fotowettbewerb WALDgesichter im Naturpark

Huteeiche NSG Looseberge

Wer die GeoRoute Lippe erradelt, fährt auch auch durch die Wälder des Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland. Der Regionalverband Ruhr, der Naturpark und der Landesbetrieb Wald und Holz NRW haben im Februar einen Fotowettbewerb gestartet, bei dem Ihre schönsten Fotos zu Plätzen, Lichtungen, Waldrändern, Bäumen, Kuriosem oder Verwunschenem aus den Wäldern des Naturparks eingereicht werden können.

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Wunderschöne Motive gibt es reichlich an der GeoRoute, wie etwa die knorrigen Huteeichen in den Loosenbergen (Foto oben Radwanderführer: Nr. 93) – machen Sie mit! Einsendeschluss ist der 19. November.

Weitere Infos:
www.hohemark-westmuensterland.de/ … /aktuelles-aus-dem-naturpark
www.metropoleruhr.de/ … /fotowettbewerb-waldgesichter

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